Worum es geht

Ab Klasse C ist die Datenschutz-Grundverordnung mit voller Wirkung im Raum, denn jetzt geht es um identifizierbare Personen: Patientennamen, Beschäftigte, Kontaktdaten, Termine. Diese Lektion zeigt, welche Anforderungen dazukommen und mit welchem einfachen Kniff sich viele Aufgaben ganz aus Klasse C heraushalten lassen.

Was ab jetzt gilt

Personenbezogene Daten dürfen nicht beiläufig in irgendein KI-Werkzeug. Für eine belastbare Nutzung gehören mindestens zusammen:

  • Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Anbieter, der die Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet.
  • Eine Rechtsgrundlage und ein klarer Zweck: Warum verarbeiten wir diese Daten, und wozu?
  • Datenminimierung: Es geht nur hinein, was für die Aufgabe wirklich nötig ist.
  • Die organisatorischen Basics: Zugriff nur für die, die es brauchen, und eine benannte Person, die freigibt.

Das klingt nach viel, ist aber in einer gut geführten Organisation ohnehin vorhanden; neu ist nur, es konsequent auf KI-Werkzeuge anzuwenden. Wichtig auch hier die ehrliche Einordnung: Ein AVV macht ein Werkzeug nicht automatisch passend für jede Aufgabe. Er ist die Eintrittskarte, nicht die Freigabe.

Der Platzhalter-Trick

Viele Aufgaben brauchen die Person gar nicht, nur die Textsorte. Eine Terminerinnerung lässt sich als Vorlage formulieren: „Guten Tag [Name], wir erinnern an Ihren Termin am [Datum] um [Uhrzeit].” Die KI arbeitet an der Vorlage (Klasse B), die echten Daten werden erst danach im eigenen System eingesetzt.

Damit erledigen Sie zwei Dinge auf einmal: Die Aufgabe wird KI-tauglich ohne Klasse-C-Anforderungen, und das Team lernt den wichtigsten Reflex dieses Kurses: Erst fragen, ob der Personenbezug für die Aufgabe überhaupt nötig ist.

Der Trick hat Grenzen: Wer statt Platzhaltern nur Kürzel verwendet („Patient M., 54, Diabetes”), hat weiter personenbezogene Daten vor sich, dazu mehr in Lektion 4.

Das Praxisbeispiel

Die Praxis am Lindenplatz will Absage- und Erinnerungstexte verbessern. Statt echte Termindaten in ein Werkzeug zu geben, baut die Praxismanagerin einen Satz Vorlagen mit Platzhaltern und lässt die KI Tonfall und Verständlichkeit verbessern. Die fertigen Vorlagen wandern in die Praxissoftware, wo die echten Daten eingesetzt werden. Ergebnis: bessere Texte, und kein einziger Patientenname hat die Praxis verlassen.

Der typische Fehler

„Nur schnell diesen einen Namen.” Die E-Mail mit Name und Anliegen wird komplett in den Chat kopiert, „damit die KI den Zusammenhang hat”. Der Zusammenhang wäre auch ohne Namen da gewesen. Kopieren Sie Anliegen, nicht Identitäten: In neun von zehn Fällen lässt sich die Aufgabe stellen, ohne dass die Person erkennbar ist.

Kontrollfrage

Das Team möchte aus einer Liste mit zwanzig Patientennamen und Telefonnummern von der KI eine Anrufliste nach Dringlichkeit sortieren lassen. Was sagt die Datenklassen-Logik?

Antwort anzeigen

Das ist Klasse C in Reinform, und die Frage ist zuerst: Braucht die Aufgabe die KI überhaupt, oder sortiert das die Praxissoftware selbst? Wenn KI, dann nur in einer Umgebung mit AVV, klarem Zweck und Freigabe, nicht im Consumer-Chat. Besser: Die Sortierlogik als Regel ohne echte Namen entwickeln lassen (Klasse B) und die Regel dann intern auf die Liste anwenden.