Kurzfassung: Ein Schulungskonzept verbindet eine Arbeitsaufgabe mit einem beobachtbaren Lernziel, einer passenden Übung und einem Nachweis. Die Vorlage unten hilft, diese Verbindung vor der Medienproduktion zu prüfen. Sie eignet sich für einzelne Module und lässt sich zu einem Programm erweitern.

Instructional Design bezeichnet die geplante Gestaltung von Lernangeboten. Ein Schulungskonzept macht diese Planung konkret: Es verbindet Lernziele, Aufgaben, Rückmeldungen und Medien zu einem nachvollziehbaren Lernweg.

„Wir brauchen einen Kurs über KI“ beschreibt ein Thema. Ein Konzept wird daraus, wenn klar ist, wer KI für welche Aufgabe einsetzen soll und woran eine gute Bearbeitung erkennbar ist. Dasselbe gilt für Produktschulungen, Onboarding oder neue interne Prozesse.

Die Vorlage für Ihr Schulungskonzept

Kopieren Sie die folgenden Felder für ein einzelnes Modul. Beschreiben Sie zunächst nur einen abgegrenzten Anwendungsfall.

FeldIhre Eintragung
AnlassWelches Problem oder welche Veränderung löst die Schulung aus?
ZielgruppeWelche Rolle, welches Vorwissen, welche Arbeitsbedingungen?
ArbeitsaufgabeWas soll die Person nachher selbstständig bearbeiten?
LernzielWelche Handlung gelingt unter welchen Bedingungen?
QualitätskriterienWoran erkennt man eine gute Bearbeitung?
VoraussetzungenWelche Begriffe, Zugänge oder Vorkenntnisse werden benötigt?
LernaktivitätWas tut die Person während des Lernens selbst?
Material und MediumWas muss gelesen, gesehen oder ausprobiert werden?
RückmeldungWie erhält die Person Hilfe und eine Begründung?
NachweisWelche Aufgabe zeigt die Zielerreichung?
TransferWann wird das Gelernte in der Arbeit eingesetzt?
PflegeWer verantwortet Inhalt und Aktualisierung?

Ein ausgefülltes Feld darf kurz sein. Entscheidend ist die Verbindung zwischen den Feldern. Wenn das Lernziel „beurteilen“ lautet und die Übung nur Begriffe abfragt, passt die Konstruktion noch nicht.

Ausgefülltes Beispiel: Eine KI-Zusammenfassung prüfen

Das folgende Beispiel ist fiktiv. Es beschreibt eine interne Qualifizierung ohne echte Kunden- oder Personendaten.

Anlass: Mitarbeitende verwenden freigegebene KI-Werkzeuge für Textentwürfe. Aussagen aus Vorlagen sollen dabei korrekt übernommen werden.

Zielgruppe: Beschäftigte, die regelmäßig interne Sachtexte zusammenfassen und die zugelassenen Werkzeuge bereits bedienen können.

Arbeitsaufgabe: Eine erzeugte Zusammenfassung vor der Weitergabe anhand des Ausgangstextes prüfen.

Lernziel: Die Person markiert in einer Zusammenfassung Aussagen, die durch den Ausgangstext nicht gedeckt sind, und begründet ihre Entscheidung mit einer Textstelle.

Qualitätskriterien: Keine erfundenen Tatsachen übersehen, Beleg und Schlussfolgerung unterscheiden, Unsicherheit kenntlich machen.

Lernaktivität: Erst eine eigene Einschätzung abgeben, dann Prüfkriterien erarbeiten, anschließend einen neuen Fall bearbeiten.

Rückmeldung: Die Musterlösung zeigt die relevante Textstelle und erklärt, warum eine Aussage abgesichert oder unbelegt ist.

Nachweis: Ein unbekannter Vergleichsfall mit anderer Wortwahl und ähnlicher Schwierigkeit.

Transfer: Eine vereinbarte Prüfroutine wird bei einer späteren Arbeitsaufgabe mit zulässigem Material angewendet und besprochen.

Vom Lernziel rückwärts planen

Legen Sie zuerst fest, woran Sie die Leistung erkennen. Wählen Sie danach die Übung und erst dann das erklärende Material. So wird sichtbar, welche Information wirklich gebraucht wird.

Cornell stellt dieses Vorgehen als rückwärts gerichtete Kursplanung dar. Die Quelle bezieht sich auf Hochschullehre; hier wird das Prinzip als Planungshilfe für betriebliche Lernangebote verwendet. Cornell: Designing Your Course.

Lernziel, Nachweis, Übung und Material werden in dieser Reihenfolge geplant.

Methoden passend auswählen

Eine Methode erfüllt eine Funktion. Eine Einstiegsfrage macht vorhandene Vorstellungen sichtbar. Eine Demonstration zeigt einen Ablauf. Eine Fallaufgabe verlangt eine Entscheidung. Feedback erklärt die Qualität dieser Entscheidung.

Prüfen Sie bei jeder Methode: Was entsteht dabei? Eine Diskussion ohne klaren Gegenstand kann angenehm sein und trotzdem kein verwertbares Ergebnis liefern. Ein Quiz kann Wissen prüfen, aber auch bloß auffällige Formulierungen wiedererkennen lassen.

Für eine konkrete Formulierungshilfe nutzen Sie Lernziele formulieren. Für die Kombination von Selbstlernen und Austausch eignet sich Blended Learning.

Das Konzept im Team abnehmen

Geben Sie Fachbereich, Lernbegleitung und Technik unterschiedliche Prüffragen. Die Fachperson bestätigt Inhalt und realistische Fälle. Die didaktische Prüfung betrachtet Auftrag, Schwierigkeit und Rückmeldung. Die technische Prüfung kontrolliert die Bereitstellung im tatsächlichen System.

Ein kurzes Abnahmegespräch kann an einer Aufgabe beginnen: „Zeigen Sie uns, was die lernende Person hier leisten soll.“ Wenn darauf keine klare Antwort folgt, hilft eine weitere Designrunde wenig. Dann muss zuerst das Konzept präzisiert werden.

Wann aus der Vorlage ein Curriculum wird

Ein Curriculum ordnet mehrere Module nach Voraussetzungen und Entwicklungsschritten. Es legt fest, was alle benötigen und wo Rollen unterschiedliche Vertiefungen brauchen. Die Modulvorlage bleibt dabei erhalten.

Für den speziellen Aufbau eines KI-Programms gibt es bereits die Anleitung Curriculum für KI-Kompetenz. Sie ergänzt diese allgemeine Vorlage um Aufgaben, Risiken und rollenbezogene Progression.

Passend weiterarbeiten

Alle Anleitungen zu Lernprogrammen

Sie möchten Lehrplan, Lernmedien und Plattform gemeinsam entwickeln? Individuelle Lernprogramme für Ihr Unternehmen verbinden Konzeption, Lernvideoproduktion und Praxisbegleitung.